Neues Forschungsprojekt zu inklusiver Jugendhilfe

Nach vielen Gesprächen und Gedanken fand heute der Kick-Off eines neuen Forschungsprojektes statt, das ich gemeinsam mit meinen IU Internationale Hochschule - Kolleginnen Julia Hoffmann und Tomke Heeren im Auftrag des Landesverband Niedersachsen-Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. durchführen darf. Das Modellprojekt „Inklusive Jugendhilfe Züricher Strasse“ fokussiert Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Eingliederungshilfe, die bislang oft durch Versorgungs- und Zuständigkeitslücken fallen.

 

Über drei Jahre werden wir die Wirksamkeit dieses rechtskreisübergreifenden stationären Angebots mit 13 Plätzen untersuchen. Konzeptionell orientiert sich unsere Evaluation an den gängigen Dimensionen Struktur‑, Prozess‑ und Ergebnisqualität und vertieft dabei drei Schwerpunkte: Multiprofessionalität (auch Einsatz von Nicht-Fachkräften), die Bedeutung der räumlichen Gestaltung sowie Erfolgskriterien in der Arbeit mit sogenannten Grenzgänger:innen. Methodisch ist das Projekt als Mixed‑Methods‑Studie angelegt und verbindet qualitative Methoden mit quantitativen Auswertungen. In den kommenden Wochen werden wir nun zunächst explorative Interviews mit Betreuungskräften und Kooperationspartner:innen (Jugendamt, Bildung, Kinder- und Jugendpsychiatrie etc.) des Projektes führen.  

 

Ich beschäftige mich nun schon seit vielen Jahren mit pädagogischen Ansätzen für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf und durfte mit „Port Lorent“ auch ein Projekt für diese Adressat:innengruppe mit aufbauen – inklusive der schmerzhaften Erfahrung des Scheiterns. Angesichts der anhaltenden Debatte um wirksame Konzepte (siehe die aktuelle Debatte hier auf LinkedIn zur Hamburger Einrichtung „Casa Luna“) und die teilweise explodierenden Kosten von Spezialmaßnahmen finde ich das nun startende Forschungsprojekt überaus spannend und freue mich sehr über die Beauftragung, das damit verbundene Vertrauen und auf die Zusammenarbeit mit den Johanniter:innen.

 

Stay tuned!

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