Heute haben Tomke Heeren und ich die Evaluationsergebnisse zum Ergänzungsteam Inobhutnahme im Jugendhilfeausschuss der Hansestadt Bremen vorgestellt. Die dreieinhalb jährige wissenschaftliche Begleitung, gemeinsam mit unserer Kollegin Regina Kostrzewa, im Auftrag der Senatorischen Behörde zeigt: Das sog. E-Team schließt durch seine niedrigschwellige, hoch flexible und trägerübergreifende Unterstützung eine wichtige Versorgungslücke für besonders herausfordernde Jugendliche.
Die Kooperationsbereitschaft der Jugendlichen nimmt aus Sicht der Befragten (Mitarbeitende aus den Bremer Inobhutnahmeeinrichtungen, Case-Management im Jugendamt, Mitarbeitende der Kinder- und Jugendpsychiatrie) Dank des E-Teams erkennbar zu, während die psychosoziale Belastung der Jugendlichen nach Wahrnehmung der Projektbeteiligten mehrheitlich sinkt. Die Häufigkeit der Abgängigkeit der Jugendlichen konnte zwar nur in der Hälfte der Fälle reduziert werden, aber die Erreichbarkeit während der Abgängigkeit erhöht sich deutlich, was als Etappensieg bewertet werden kann.
Die Jugendlichen selbst äußern sich in Interviews ebenfalls sehr positiv zu der Unterstützung durch das E-Team und wünschen sich eine umfangreichere und v.a. langfristigere Betreuung, als sie bisher konzeptionell vorgesehen und von den personellen Ressourcen leistbar ist.
Die Mitarbeitenden aus den Inobhutnahmeeinrichtungen sowie das Case-Management wiederum berichten von zum Teil deutlicher Entlastung durch das E-Team sowie einer Stärkung ihrer Handlungssicherheit. Diese positiven systemischen Effekte sind angesichts eines auf verschiedenen Ebenen stark unter Druck stehenden Jugendhilfesystems alles andere als nebensächlich.
Daher freuen wir uns, dass das Modellprojekt zunächst um zwei weitere Jahre verlängert wird und in dieser Zeit die durch die Evaluation identifizierten Entwicklungsbedarfe angegangen werden sollen: Die zeitliche Ausweitung der Übergangsbegleitung in andere Hilfen, der Ausbau an dringend erforderlichen, bisher aber häufig fehlenden Anschlussmaßnahmen sowie die Optimierung der Schnittstellenkommunikation im Hilfesystem.
Ausführliche Ergebnisse unserer Evaluation möchten wir im kommenden Jahr in einer Fachpublikation der interessierten Fachöffentlichkeit zugänglich machen. Stay tuned!
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Senatorische Behörde für das Vertrauen und die Beauftragung sowie an alle Projektbeteiligten für die Offenheit und Bereitschaft, sich an der Evaluation zu beteiligen!
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